Zitate zur Einstimmung

Mediator Mediatorin Stuttgart Potsdam Berlin Wirtschaftsrecht Anteilskauf Unternehmensnachfolge

"Man kann zu Recht sagen, dass es nicht die Mediatoren sind, welche die Verträge schließen, sondern die entsprechende Bereitschaft der Parteien macht es möglich."

Abraham de Wicquefort

Niederländischer Diplomat,

"Lehrmeister der Diplomaten" (Dickmann), 1606-1682*

 

"Der Mediator sollte den Medianten dienen, bescheiden und respektvoll in deren Welt eintreten und sich zur Verfügung stellen, in der Annahme, dass die Betroffenen in der Lage sind, eigenverantwortlich gute - ist gleich faire - und als von beiden gerecht empfundene Lösungen zu erarbeiten."

Lis Ripke

Pionierin der Mediation in Deutschland,

Haltung des Mediators, Handbuch Mediation und Konfliktmanagement, 2. Aufl., Hannover 2017

Mediation, Schlichter, Schlichtung, Business Mediation
Wirtschaftsmediation, Erbengemeinschaft, Mediation, Gesellschafterstreit

"Um klar zu sehen, genügt oft schon ein Wechsel in der Blickrichtung."

 

Antoine de Saint Exupéry

Französischer Schriftsteller und Pilot (1900 - 1944)

"Wegen meiner Brüder und meiner Nächsten spreche ich dem Frieden das Wort."

Alvise Contarini

Mediator in den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden zu Münster,

der den Dreißigjährigen Krieg beendete (24. Oktober 1648)**

Handelsstreit, Business, Konflikt, professionell, Rechtsanwalt
Konfliktmanagement Stuttgart Berlin.png

"Eine (…) streitige Problemlage durch eine einvernehmliche Lösung zu bewältigen, ist (…) grundsätzlich vorzugswürdig gegenüber der richterlichen Streitentscheidung."

Bundesverfassungsgericht

BVerfG 14.2.2007 – 1 BvR 1351/01, Rn.35

"Es sind nicht deine Beine, die laufen, sondern dein Herz
und deine Seele."

Eliud Kipchoge

Kenianischer Marathonläufer und Weltrekordhalter
Berlin Marathon 2018 (frei übersetzt aus dem Englischen)

Mediator, Schlichter, Rechtsanwalt

* Übersetzungen nach Joseph Duss-von Werdt, homo mediator, Stuttgart 2005

** Bildnachweis: Wikipedia, Paris Bordon Ritratto di Alvise Contarini, 1525-50

 

Was ist eine Mediation?

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur außergerichtlichen, nachhaltigen Beilegung eines Konfliktes. Lateinisch "mediatio" steht für "Vermittlung".

 

Unabhängige und „allparteiliche“ Dritte begleiten die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess. Die Konfliktparteien streben dabei in einem zukunftsgerichteten Dialog an, zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht.

​Der Mediator trifft als allparteilicher Dritter keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist im wesentlichen für ein zielgerichtetes Verfahren verantwortlich.

 

Er achtet auf die Effektivität der Verhandlung, auf das Fokussiertbleiben in der Gesprächsführung und darauf, dass die wesentlichen Fakten und Motive ausgesprochen und gehört werden. Die Konfliktparteien werden darin unterstützt, lösungsoffen zu denken und neue Optionen zu entwickeln.

​Die Mediation ist ein freiwilliges und vertrauliches Verfahren.

Die Beteiligten können also zu jeder Zeit auch wieder aussteigen. Geteilte Informationen "bleiben im Raum", denn alle Beteiligten verpflichten sich auf strikte Verschwiegenheit.

Worin unterscheidet sich die Mediation von anderen Verfahren?

  • Die deutlichsten Unterschiede lassen sich zwischen Mediation und Gerichtsverfahren hervorheben. Während das Gerichtsverfahren als fremdbestimmt gilt, zeichnet sich die Mediation als eigenbestimmt aus. Während bei Gericht der Schwerpunkt deutlich auf dem schriftlichen Austausch liegt, wird in der Mediation direkt miteinander gesprochen. Urteile ergehen oft "von oben herab", während Mediationsergebnisse "auf Augenhöhe" ausgehandelt werden.

    Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass sich im Urteil eines Gerichts häufig nur Ablehnung oder Stattgabe wiederfinden mit dem prozesstypischen "win-loose", während es in der Mediation darum geht, ein "win-win" zu erzielen, also ein Ergebnis, das im Interesse aller Seiten liegt.

    Außerdem ist die Mediation anders als das gerichtliche ein vertrauliches Verfahren. Es ist in der Regel sehr viel schneller und nachhaltiger als ein langwieriges und kostenspieliges Gerichtsverfahren.

Gericht Urteil Top 10 Mediation Mediator

  • Anders als in der Schlichtung gibt der Mediator keine eigene Lösung vor. Es gibt keinen Schlichterspruch in der Mediation. Die Mediatorin bzw. der Mediator unterstützt die Konfliktparteien vielmehr in deren Lösungsfindung. Damit steht die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien bei der Mediation im Vordergrund.

 

  • Ein Konfliktcoaching, eine Teamentwicklung oder eine Organisationsentwicklung  können durchaus ähnlich gestaltet sein wie eine Mediation. Die Vorgehensweise ähnelt dem Phasenmodell der Mediation. So wird auch hier im Rahmen eines strukturierten Verfahrens herausgearbeitet, was der status quo ist (Persönliche Situation, soziales und Arbeits-Umfeld, ggfls. unveränderliche Rahmenbedingungen) und worin die Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten liegen (eigene sowie firmen-/organisations-/familien-seitige), um sodann in einem kreativen Schritt Zukunftsoptionen zu entwickeln und zu dokumentieren.
     

Streitbeilegung_Frieden_Konfliktloesung_

Wann ist eine Mediation sinnvoll und was sind ihre Vorteile?
 

  • Eine Mediation sollte erwogen werden, wenn die Beziehung der Konfliktparteien (Geschäftsbeziehung, Arbeitsbeziehung, familiäre Beziehung etc.) trotz des Streits erhalten oder gefördert werden soll. Ein Gerichtsurteil kann hier hingegen kontraproduktiv sein, da es oft Gewinner und Verlierer hervorbringt und so die Beziehung schädigen kann.
     

  • Immer dann, wenn die Beteiligten nach vorne schauen wollen und zukunftstaugliche Lösungen suchen, bietet die Mediation die maßgeschneiderte Plattform und einen strukturierten Prozess, um genau dies zu erreichen.
     

  • Wenn die Konfliktsituation in vertraulichem Rahmen aufgearbeitet werden soll, ohne Zuhörer und ohne Presse, dann bietet die Mediation das passende Verfahren: sämtliche Beteiligten sind strikt zur Verschwiegenheit verpflichtet.

  • Wo ein Streit nicht allein durch die Beantwortung von Rechtsfragen und die reine Aufarbeitung von Fakten gelöst werden kann, sondern auch tiefergehende Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten berührt, stellt das Sechs-Phasen-Modell der Mediation den idealen Rahmen dar.
     

  • Wer eine schnelle und kostengünstige Konfliktklärung anstrebt, sollte die Mediation ins Auge fassen. Anders als zeit- und geldaufwendige gerichtliche Verfahren und anders als das "Aussitzen" eines Streits können die Medianten meist innerhalb weniger Sitzungen und zum Teil ohne weitere anwaltliche Unterstützung eine Lösung finden.
     
  • Wenn sich die Beteiligten auf ein erfolgversprechendes Verfahren zur Streitbeilegung verlassen wollen, bietet sich die Mediation mit einer Erfolgsquote von bis zu 80% als bewährte Option an.

In welchem Umfeld eignet sich die Mediation zur Konfliktlösung?

  • im beruflichen Umfeld: Wirtschaftsmediation, Unternehmensnachfolge; Mediation bei Errichten oder Trennen von Gemeinschaftspraxen, Kanzleien und Familienunternehmen, Mediation zwischen Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern sowie Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern; Teamentwicklung, Organisationsentwicklung für einzelne Kollegen, Teams, Abteilungen oder ganze Unternehmen innerhalb eines Konzerns
     

  • im privaten Umfeld: Mediation in den Bereichen Pflege, Geschwisterstreit, Erbe, Testament und Generationen, Erbengemeinschaften, Nachfolgemediation, Planen, Bauen & Umwelt; Familienmediation (Ehe, Trennung, Scheidung, Kindeserziehung, Jugend)

Wirtschaftsmediation Mediation Mediator

  • im öffentlichen Umfeld: Mediation in den Bereichen Planen, Bauen & Umwelt; Schule & Kultus
     

  • im Hybridumfeld: Familienunternehmen (privat/beruflich), Unternehmensnachfolge (beruflich/privat), Anlieger-/Umweltstreit (privat/öffentlich)
 

Ablauf der Mediation

Mediationen folgen einem klar strukturierten Ablauf. So ist sichergestellt, dass das Verfahren fokussiert, effizient und zeitnah zu einer für alle Seiten tragbaren Lösung führt.

Auch wenn sich einzelne Mediationen voneinander mit Blick auf diverse Elemente unterscheiden (z.B. Komplexität des Konfliktes, Zahl der Beteiligten, Zahl einzelner Konfliktthemen, Grad der Kreativität und Kooperation aller Beteiligten bei der Vereinbarung von Lösungen), so folgen sie dennoch - zur Sicherstellung einer hohen Qualität - zumeist demselben sechsphasigen Verfahrensmodell:

Mediation Stuttgart Mediator Mediatorin

Heidelberger Modell nach Lis Ripke 2020

  1. Vorgespräch und Auftragsklärung - wir hören Ihnen zu: wer ist am Konflikt beteiligt, welcher Konflikt liegt vor; wir besprechen die Kosten und Dauer der Mediation, Bereitschaft, freiwillig teilzunehmen, Qualitätsgaranten
     

  2. Themensammlung und Arbeitsbündnis - inkl. schriftliche Vereinbarung der Vertraulichkeit
     

  3. Konfliktbearbeitung - durch Sammlung der Fakten, der Interessen, Bedürfnisse und Hintergründe
     

  4. Suche nach einvernehmlichen Lösungen - Optionen, die nahe liegen, und solchen mit Weitblick - hier unterstützt der Mediator mit speziellen Methoden und insbesondere auf Basis des Harvard-Konzeptes
     

  5. Verbindliche Vereinbarung - dient dazu, die von allen Teilnehmern getragenen Lösungen am Ende der Mediation schriftlich festzuhalten und zu unterzeichnen.
     

  6. Nachbetreuung - kann helfen, die Vereinbarung einige Monate nach ihrem Abschluss gemeinsam zu überprüfen, um zu sehen, ob diese ihren Zweck erfüllt oder ob punktuell nachgebessert werden muss.

​Zahl der Sitzungen

Die Zahl der einzelnen Sitzungen hängt maßgeblich von den Einzelheiten des konkreten Konfliktes und der Zusammenarbeit der Beteiligten ab.

 

Dabei spielen die Komplexität des Konfliktes, die Zahl der Beteiligten, die Zahl einzelner Konfliktthemen sowie die Kreativität und jeweilige Kooperationsbereitschaft bei der Vereinbarung von Lösungen eine zentrale Rolle. Dennoch kann man mit gutem Gewissen sagen, dass in einfach gelagerten Fällen 2 bis 3 Sitzungen á 1,5 bis 2 Stunden ausreichen. So ist sichergestellt, dass eine Mediation in überschaubarer Zeit sehr effektiv zu nachhaltigen Lösungen führen kann.

Konfliktcoach Sindelfingen Boeblingen
Zertifzierter Mediator, Rechtsanwalt, Unternehmensanwalt, Streitschlichter

Einbinden von Rechtsanwälten und anderen ExpertInnen

 

Üblicherweise kommen die Beteiligten in den Mediations-Sitzungen ohne die Einbindung von Rechtsanwälten aus. Hierin spiegelt sich auch die Allparteilichkeit des Mediators, der ein wachsames Auge auf die Interessen aller hat.

 

Dennoch können die Beteiligten – wenn alle zustimmen – ihre jeweiligen Rechtsanwälte oder andere Experten hinzuziehen. Auch diese werden dann auf die Vertraulichkeit verpflichtet. Führen die Mediation oder andere Formen der Konfliktlösung am Ende des Verfahrens zu schriftlichen Vereinbarungen, so können diese jeweils durch externe Experten wie etwa Rechtsanwälte oder Steuerberater überprüft werden. Ab einer gewissen Komplexität ist dies auch durchaus zu empfehlen.

 

 

Qualitätsgaranten

Die Mediation gilt als ein Verfahren mit hohen Erfolgschancen. Dabei ist neben der persönlichen und fachlichen Qualifikation des Mediators und einem strukturierten Ablauf wichtig, dass sich alle Beteiligten konsequent an sechs Grundprinzipien orientieren - oder wie wir sie gerne nennen: den "Qualitätsgaranten der Mediation". Wählen Sie selbst zwischen Text oder Video.

Konfliktcoach Konfliktberater Stuttgart

​Allparteilichkeit des Mediators – Der oder die MediatorIn leitet die Mediation allparteilich, ein für alle beruhigendes Gefühl. Er achtet als unabhängiger Vermittler darauf, dass jede Partei gehört wird und so keine der Parteien „zu kurz“ kommt. Die Allparteilichkeit geht über eine einfache Neutralität hinaus. Sollte ein Machtgefälle zwischen den Parteien bestehen, gleicht der Mediator dies aus, indem er vorübergehend als Sprachrohr der kommunikationsschwächeren Partei agiert.

​Freiwilligkeit – Sämtliche Beteiligten können die Mediation zu jedem Zeitpunkt und aus eigenen und freien Stücken abbrechen. Aufgrund der Freiwilligkeit des Verfahrens ist sichergestellt, dass die Mediation von dem "freien Willen" aller Beteiligten getragen (oder eben beendet) wird. Auch dieses Prinzip dient dem Erfolg der Konfliktlösung und ihrer Nachhaltigkeit.

Wirtschaftsmediation Aktionaersstreit Familienunternehmen
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​Eigenverantwortlichkeit der Parteien – die Lösung des Konflikts wird von den Parteien selbst entwickelt. Fast immer trägt derjenige, der "ein Problem mitbringt", zugleich auch die Lösung in sich. Oft kennt er sich selbst am besten aus. Die MediatorIn hilft in diesem Kontext und hat zudem die Prozessverantwortung für die Gesprächs- und Verhandlungsführung.

​Informiertheit – die Parteien legen innerhalb der Mediation die relevanten Fakten, eigene Interessen und Bedürfnisse offen, um so ein vollständiges Bild für die Beteiligten zu ermöglichen. Liegen Fakten, Interessen und Bedürfnisse für die Beteiligten sichtbar auf dem Tisch, kann hieraus eine nachhaltige Lösung entwickelt werden.

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​Vertraulichkeit – Ein großer Vorteil der Mediation gegenüber anderen Verfahren der Streitbeilegung liegt darin, dass sie strikt vertraulich abläuft. Der Mediator und die in die Durchführung des Mediationsverfahrens eingebundenen Personen äußern sich außerhalb der Mediation nicht zu den Verfahrensinhalten.

​Ergebnisoffenheit – Die Konfliktparteien sollten mit einer gewissen Verhandlungsbereitschaft in die Mediation gehen. Für den Fall, dass die Parteien bereits eigene Vorstellungen über den „Ausgang der Mediation“ haben, sollten sie bereit sein, neben diesen eigenen Vorstellungen auch weitere, andere Optionen zu erwägen oder Neues hinzuzugewinnen.

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Gesetzliche Grundlagen

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In Deutschland trat am 26. Juli 2012 das Mediationsgesetz in Kraft (BGBl. I S. 1577). Es regelt die Umsetzung der EU-Mediationsrichtlinie (Richtlinie 2008/52/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008) in deutsches Recht und definiert wie folgt:

Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“  (§ 1 Abs. 1 MediationsG).

Ein Mediator ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt.“  (§ 1 Abs. 2 MediationsG).

Der Mediator ist allen Parteien gleichermaßen verpflichtet. Er fördert die Kommunikation der Parteien und gewährleistet, dass die Parteien in angemessener und fairer Weise in die Mediation eingebunden sind. Er kann im allseitigen Einverständnis getrennte Gespräche mit den Parteien führen.“    (§ 2 Abs. 3 MediationsG)

Die Parteien können die Mediation jederzeit beenden.
(§ 2 Abs. 5 MediationsG)

Mediationsgesetz und EU-Richtlinie können Sie unter den folgenden Links einsehen: